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Wie sensorische Schrauben Vorspannkraft transparent machen

Schraubenverbindungen gehören zu den sicherheitskritischsten Elementen in Windenergieanlagen, im Maschinenbau und im Stahlbau. Ihre Tragfähigkeit steht und fällt mit der erzeugten Vorspannkraft – und genau diese Größe war bislang kaum kontrollierbar. Klassische Montageverfahren basieren auf Drehmomenten, Reibwerten und Erfahrungswerten. Die tatsächliche Kraft im Schraubenschaft bleibt dabei eine unbekannte Größe. Sensorische Schrauben wie der S.Bolt XP ermöglichen erstmals die direkte Messung der wirkenden Vorspannkraft. Damit wird sichtbar, was bisher nur geschätzt wurde.

Highlights

Klassische Anziehverfahren liefern nur Schätzwerte, weil Reibwertschwankungen und Montageeinflüsse die erreichte Vorspannkraft um bis zu 40 Prozent verändern können – direkte Aussage der VDI 2230.

Sensorische Schrauben messen die tatsächliche Dehnung des Schraubenschafts und damit die reale Vorspannkraft, unabhängig von Reibung, Werkzeug oder Verfahren. Sie schaffen damit erstmals volle Transparenz im Betrieb.

Betreiber erhalten durch kontinuierliche Kraftmessung Frühwarnungen bei Vorspannkraftverlust, eine vollständige Dokumentation der Verbindung sowie die Basis für datenbasierte Wartung und höhere Sicherheit – besonders in Windenergie, Stahlbau und Maschinenbau.

Warum Vorspannkraft entscheidend ist


Eine Schraubenverbindung funktioniert über die Vorspannkraft, nicht über die äußere Betriebslast. Sie sichert Reibschluss, Dichtheit und Schwingungsfestigkeit. Sobald die Vorspannkraft absinkt – durch Setzen, Relaxation, Temperaturwechsel oder dynamische Belastungen – steigt das Risiko eines Versagens deutlich. Ein Großteil der Schäden an Flanschverbindungen, Stahlbauknoten und Maschinenkomponenten lässt sich auf nicht erkannte Vorspannkraftverluste zurückführen. Für Betreiber entsteht damit ein zentrales Problem: Die sicherheitsrelevanteste Größe der Verbindung ist traditionell unsichtbar.

Das traditionelle Problem – Montage ohne direkte Messung


In der Praxis wird die Vorspannkraft meist indirekt erzeugt, etwa durch Drehmomentsteuerung, Drehmoment-Drehwinkel-Verfahren oder hydraulische Streckverfahren. Diese Methoden sind jedoch stark abhängig von Reibung an Kopfauflage und Gewinde. Schon kleine Reibwertschwankungen können die erreichte Vorspannkraft um 20 bis 40 Prozent verändern. Nach der Montage weiß niemand, welche Kraft tatsächlich im Flansch wirkt. Die VDI 2230 beschreibt diese Streuungen detailliert und zeigt, wie groß die Unsicherheiten trotz normgerechter Montage sein können.

Normativer Kontext – die zentrale Aussage der VDI 2230


Die VDI 2230 gilt als wichtigste Norm für die Auslegung hochbeanspruchter Schraubenverbindungen. Sie beschreibt Berechnungswege, Reibwertabhängigkeiten und Setzprozesse. Entscheidend ist ihre Kernaussage: Alle Unsicherheiten klassischer Montageverfahren lassen sich vermeiden, wenn die Dehnung des Schraubenschafts – und damit die Vorspannkraft – direkt gemessen wird. Damit liefert die VDI 2230 die normative Begründung, warum sensorische Schrauben technisch überlegen sind. Ergänzend kommen Normen wie ISO 4014/4017 (Geometrie), ISO 898‑1 (Festigkeit), DIN EN ISO 16047 (Reibwertprüfungen), DIN 25201 (Schwingungsbeanspruchte Schrauben) und DaSt 021 bzw. IEC 61400‑1 für Windenergie hinzu.

Typische Risiken und Fehlannahmen in der Praxis


In vielen Projekten zeigt sich ein wiederkehrendes Muster:

  1. Die Montage erfolgt normgerecht – die tatsächliche Vorspannkraft bleibt dennoch unbekannt.

  2. Betreiber verlassen sich auf statistische Näherungen statt auf reale Messwerte.

  3. Vorspannkraftverluste werden erst bemerkt, wenn Schäden auftreten oder Geräusche, Leckagen oder Flanschöffnungen sichtbar werden.

  4. Wiederholtes Nachziehen wird als Lösung betrachtet, obwohl die Ursache meist im fehlenden Kraftwissen liegt.

  5. Dynamische Lasten, Schwingungen und Temperaturwechsel werden unterschätzt, obwohl sie die Vorspannkraft signifikant beeinflussen.

Was Messungen zeigen – was ohne Sensorik unsichtbar bleibt


Messungen mit sensorischen Schrauben machen sichtbar, was klassische Verfahren nicht erkennen können:

 

  • reale Vorspannkraftergebnisse direkt nach der Montage

  • Setzprozesse in den ersten Stunden und Tagen

  • Veränderungen unter dynamischer Last, Biegung oder Vibration

  • schleichende Vorspannkraftverluste durch Relaxation oder Temperaturwechsel

  • Belastungsspitzen, die im Stahlbau und in Windanlagen häufig unterschätzt werden


Diese Informationen ermöglichen eine vollständig neue Qualität der Analyse und Betriebsführung.

Funktionsweise sensorischer Schrauben


Sensorische Schrauben integrieren einen Messaufnehmer im Schraubenkopf oder Schaft. Dieser erfasst die elastische Dehnung des Bolzens – ein physikalisch eindeutiges Maß für die Schraubenkraft. Die Schraube wird wie eine herkömmliche Schraube montiert und behält ihre mechanischen Eigenschaften. Die Elektronik überträgt die Messwerte an ein Auswertesystem. Montageverfahren, Reibung, Materialtoleranzen oder Werkzeuggenauigkeit beeinflussen die Messung nicht mehr. Betreiber erhalten reale Werte statt statistischer Annahmen.

Bedeutung für Betreiber, Planer und Infrastrukturverantwortliche


Mit sensorischen Schrauben ergeben sich wesentliche Vorteile:

  • direkte Messung der wirkenden Vorspannkraft

  • nachvollziehbare Dokumentation jeder Verbindung

  • Früherkennung von Vorspannkraftverlusten

  • fundierte Wartungsentscheidungen im Sinne von Predictive Maintenance

  • Reduktion von Serviceeinsätzen, Nachziehzyklen und Stillstandszeiten

  • höhere Sicherheit in besonders kritischen Anwendungen wie Windenergie, Stahlbauknoten oder Maschinenkomponenten


Gerade in dynamisch belasteten Strukturen – Offshore und Onshore – steigt der Nutzen erheblich. Betreiber können erstmals die tatsächlichen mechanischen Zustände ihrer Verbindungen verstehen und steuern.

Ausblick und Kontakt


Die VDI 2230 liefert die normative Grundlage, die Praxis bestätigt die technische Notwendigkeit: Die direkte Messung der Vorspannkraft ist der Schlüssel zu sicheren, dokumentierbaren und dauerhaft belastbaren Schraubverbindungen. Sensorische Schrauben machen Kräfte sichtbar und schaffen Transparenz über die reale mechanische Sicherheit – ein zentraler Schritt für moderne Instandhaltungsstrategien, digitale Überwachung und die Zukunft kritischer Bauwerke.

Für technische Rückfragen oder Projektanfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

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